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Gut zu wissen: Für jeden Plan der passende Ordertyp

Ordertypen für Kauf und Verkauf

Mit dem passenden Ordertyp können Sie festlegen, zu welchem Preis, unter welchen Bedingungen und mit welchem Schutzmechanismus Ihre Wertpapierorder ausgeführt werden soll. So behalten Sie die Kontrolle über Ihre Kauf- und Verkaufsaufträge – auch wenn Sie nicht ständig die Kurse beobachten.

Wichtig: Die tatsächliche Ausführung hängt unter anderem von Angebot und Nachfrage, dem gewählten Handelsplatz und den jeweiligen Börsenregeln ab. Eine Ausführung zum gewünschten Preis oder überhaupt kann nicht garantiert werden. Prüfen Sie vor der Auftragserteilung die Angaben in der Ordermaske sowie das Preis- und Leistungsverzeichnis.

Gut zu wissen: Ordertypen stehen nicht an jedem Handelsplatz und für jedes Wertpapier in gleicher Weise zur Verfügung. Auch die Auslösekriterien, Gültigkeitsarten und Ausführungsbedingungen können variieren. Informieren Sie sich daher vor jeder Order über die Angaben in der Ordermaske und die Bedingungen des gewählten Handelsplatzes.

Alle Ordertypen im Überblick

Billigst/Bestens: Kaufen oder verkaufen zum nächstmöglichen Preis

Bei einer Billigst-Order wird ein Wertpapier ohne festgelegtes Preislimit gekauft. Die Ausführung erfolgt zum nächstmöglichen verfügbaren Preis.

Bei einer Bestens-Order wird ein Wertpapier ohne festgelegtes Preislimit verkauft. Auch hier erfolgt die Ausführung zum nächstmöglichen verfügbaren Preis.

Geeignet, wenn Sie:

  • eine möglichst schnelle Ausführung wünschen,
  • der genaue Ausführungspreis weniger wichtig ist,
  • ein ausreichend liquider Markt vorliegt.

Darauf sollten Sie achten:
Der tatsächliche Ausführungspreis kann vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen. Bei wenig gehandelten Wertpapieren oder starken Kursschwankungen kann diese Abweichung besonders deutlich ausfallen.

Limit-Order: Den Preis selbst festlegen

Mit einer Limit-Order bestimmen Sie den maximalen Kaufpreis oder den minimalen Verkaufspreis.

  • Kauf-Limit: Sie geben den höchsten Preis an, den Sie zu zahlen bereit sind.
  • Verkauf-Limit: Sie geben den niedrigsten Preis an, zu dem Sie verkaufen möchten.

Die Order wird nur ausgeführt, wenn ein entsprechendes Angebot oder eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist.

Geeignet, wenn Sie:

  • den Ausführungspreis begrenzen möchten,
  • nicht zu jedem Preis kaufen oder verkaufen wollen,
  • eine Ausführung nur zu Ihren Preisvorstellungen akzeptieren.

Darauf sollten Sie achten:
Eine Limit-Order kann ganz oder teilweise unausgeführt bleiben.

Beispiel Kauf:
Eine Aktie notiert aktuell bei 100 Euro. Sie möchten höchstens 98 Euro bezahlen. Sie erteilen eine Kauf-Limit-Order über 98 Euro.

Beispiel Verkauf:
Eine Aktie notiert aktuell bei 100 Euro. Sie möchten erst ab 105 Euro verkaufen. Sie erteilen eine Verkauf-Limit-Order über 105 Euro.

Stop Buy / Stop-Loss: Bei einem bestimmten Kurs automatisch handeln

Eine Stop-Order wird zunächst nicht sofort an den Markt weitergeleitet. Sie wird erst aktiviert, wenn der von Ihnen festgelegte Stop-Kurs erreicht oder überschritten beziehungsweise unterschritten wird.

Stop Buy

Eine Stop-Buy-Order wird häufig eingesetzt, wenn Sie ein Wertpapier erst kaufen möchten, sobald es eine bestimmte Kursmarke erreicht oder überschreitet.

Stop-Loss

Eine Stop-Loss-Order wird häufig eingesetzt, um ein Wertpapier bei fallenden Kursen automatisch zu verkaufen.

Nach Auslösung wird die Order in der Regel als unlimitierte Order an den Markt weitergeleitet.

Beispiel Stop Buy:
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Sie möchten kaufen, wenn der Kurs auf 105 Euro steigt. Sie setzen den Stop-Kurs auf 105 Euro.

Beispiel Stop-Loss:
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Sie möchten verkaufen, wenn der Kurs auf 90 Euro fällt. Sie setzen den Stop-Kurs auf 90 Euro.

 

Darauf sollten Sie achten:

  • Der Stop-Kurs ist ein Auslösepunkt und nicht zwingend der spätere Ausführungspreis.
  • Bei schnellen Kursbewegungen kann die Ausführung deutlich vom Stop-Kurs abweichen.
  • Eine Ausführung ist nicht garantiert.
One Cancels the Other: Zwei Orders kombinieren – eine Ausführung löscht die andere

Mit einer One-Cancels-the-Other-Order, kurz OCO, verknüpfen Sie zwei Orders miteinander. Wird eine der beiden Orders ausgeführt, wird die jeweils andere automatisch gelöscht.

Eine häufige Kombination besteht aus:

  • einer Verkauf-Limit-Order zur Gewinnmitnahme und
  • einer Stop-Loss- oder Stop-Loss-Limit-Order zur Verlustbegrenzung.

Beispiel:
Sie besitzen eine Aktie, die aktuell bei 100 Euro notiert.

  • Verkauf-Limit bei 110 Euro
  • Stop-Loss bei 90 Euro
  • Steigt der Kurs auf 110 Euro und die Limit-Order wird ausgeführt, wird die Stop-Order gelöscht. Fällt der Kurs dagegen auf 90 Euro und die Stop-Order wird ausgelöst, wird die Limit-Order gelöscht.

Geeignet, wenn Sie:

  • Kursziele und Verlustmarken gleichzeitig festlegen möchten,
  • eine Position automatisiert überwachen wollen,
  • nicht mehrere Einzelorders manuell verwalten möchten.

Darauf sollten Sie achten:
Die Bedingungen und verfügbaren Varianten können je nach Handelsplatz und Ordermaske unterschiedlich sein. Bei starken Kursbewegungen kann eine Order nicht oder zu einem abweichenden Preis ausgeführt werden.

Trailing Stop Buy / Trailing Stop-Loss: Die Stop-Marke automatisch nachführen

Bei einer Trailing-Stop-Order bewegt sich der Stop-Kurs automatisch mit dem Marktpreis. Dabei bleibt ein von Ihnen festgelegter Abstand zum aktuellen Kurs erhalten.

Trailing Stop-Loss

Bei steigenden Kursen wird die Stop-Marke nach oben angepasst. Fällt der Kurs anschließend um den festgelegten Abstand, wird die Order ausgelöst.

Beispiel:
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Sie legen einen Trailing-Abstand von 10 Euro fest.

  • Start-Stop-Kurs: 90 Euro
  • Steigt die Aktie auf 110 Euro, steigt die Stop-Marke auf 100 Euro.
  • Steigt die Aktie auf 120 Euro, steigt die Stop-Marke auf 110 Euro.
  • Fällt die Aktie anschließend um 10 Euro, wird die Order ausgelöst.

Trailing Stop Buy

Bei einer Trailing-Stop-Buy-Order wird die Stop-Marke bei fallenden Kursen nach unten angepasst. Steigt der Kurs anschließend um den festgelegten Abstand, wird die Kauforder ausgelöst.

Darauf sollten Sie achten:

  • Der Abstand kann je nach Ordertyp als absoluter Betrag oder prozentual festgelegt werden.
  • Die Stop-Marke bewegt sich nur in die vorgesehene Richtung, nicht wieder zurück.
  • Die Auslösung garantiert keinen bestimmten Ausführungspreis.
Kombinationsorder: Mehrere Orderbedingungen miteinander verknüpfen

Mit einer Kombinationsorder können mehrere Orders oder Bedingungen miteinander verbunden werden. Dadurch lassen sich komplexere Handelsstrategien in einer Auftragserteilung abbilden.

Je nach Ausgestaltung können beispielsweise:

  • mehrere Wertpapiere gemeinsam beauftragt werden,
  • Orders nur unter bestimmten Bedingungen ausgelöst werden,
  • Kauf- und Verkaufsorders miteinander verknüpft werden,
  • abhängige oder alternative Orders angelegt werden.

Beispiel:
Sie möchten ein Wertpapier kaufen, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird, und gleichzeitig eine Verkaufsorder zur Absicherung vorbereiten. Eine Kombinationsorder kann solche Abläufe – abhängig von den verfügbaren Funktionen – miteinander verbinden.

Darauf sollten Sie achten:
Kombinationsorders können komplex sein. Prüfen Sie vor dem Absenden genau:

  • welche Bedingungen gelten,
  • welche Order zuerst ausgelöst wird,
  • ob Teil- oder Teilausführungen möglich sind,
  • wann verbundene Orders aktiviert oder gelöscht werden,
  • welche Kosten entstehen können.