Dr. Ulrich Kater, Chefvolswirt der DekaBank

Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater

Lesen Sie jede Woche den aktuellen Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Dr. Ulrich Kater studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Göttingen und Köln. 1995 promovierte er am Finanzwissenschaftlichen Seminar der Universität Köln und übte gleichzeitig eine Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Köln, der Fachhochschule Köln und der European Business School aus.

Von 1995 bis 1999 war Herr Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Von 1999 an arbeitete er am Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank mit. Seit 2004 bekleidet er die Position als Chefvolkswirt der DekaBank und ist seit 2006 auch Vorsitzender der Kommission für Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken.

Darüber hinaus folgte er Lehraufträgen an der Universität Witten-Herdecke, der Zeppelin University Friedrichshafen sowie an der Hochschule der S-Finanzgruppe. Nebenbei ist Ulrich Kater auch als Autor zahlreicher Veröffentlichungen über Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und Globalisierung in Erscheinung getreten.

14.06.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Handelsklima wird rauer

Ein Seufzer der Erleichterung ging durch die Finanzmärkte, als die neuesten Inflationsdaten für die USA gemeldet wurden. Nachdem fast alle Inflationszahlen, die bislang in diesem Jahr gemeldet wurden, negativ überrascht hatten, war der jetzt veröffentliche Mai-Wert endlich einmal deutlich besser als die Befürchtungen. Für die Finanzmärkte ein sehr wichtiges Signal, denn bei abermals zu hohen Inflationsraten wäre die US-Notenbank zu einer Reaktion gezwungen gewesen. Sie hätte die eigentlich geplanten Zinssenkungen zumindest für dieses Jahr vollständig absagen müssen. So können die US-Geldpolitiker jedoch ihre Erwartungen auf eine letztendliche weitere Beruhigung der Inflationszahlen in den USA aufrechterhalten. Zwar ist die Teuerung in der US-Wirtschaft von hohen einstelligen Raten bereits wieder deutlich zurückgekommen. Aber für die Geldpolitik ist mittelfristig die Einhaltung des 2-Prozent-Ziels von hoher Bedeutung. Dementsprechend äußerte sich US-Notenbank-Chef Powell bei der turnusmäßigen Sitzung trotz der vorteilhaften Inflationszahlen vorsichtig im Hinblick auf mögliche Leitzinssenkungen. Viel spricht dafür, dass die US-Notenbank im Herbst mit einer ersten Zinssenkung beginnt, alle weiteren Schritte aber eng an die künftigen Wirtschaftsdaten bindet.

 

Die Aktienmärkte nahmen diese Entwicklungen mit Erleichterung auf, ohne jedoch in Euphorie zu verfallen. Im Euroraum sind die Zölle gegenüber chinesischen Elektroautos das Topthema. Die Europäische Union spielt damit ihre Verhandlungsmacht als einer der größten Wirtschaftsräume gegenüber nicht-marktwirtschaftlichen Praktiken der chinesischen Wirtschaftspolitik aus. Zwar wurden aus China Gegenmaßnahmen angekündigt, ihr Umfang und ihre Wirksamkeit sind jedoch unsicher, insbesondere da die chinesische Wirtschaftsentwicklung gegenwärtig mehr denn je vom Außenhandel abhängig ist. An den Aktienmärkten in den USA führte das geldpolitische Aufatmen vorübergehend zu neuen Höchstständen. Der deutsche Aktienmarkt und insbesondere Autoaktien reagierten verschnupft auf das handelspolitische Streitthema.

 

07.06.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Endlich Zinssenkung

Eine Woche der Entscheidung liegt hinter den Börsianern. Zum ersten Mal seit fünf Jahren senkte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen. Um einen viertel Prozentpunkt ging es herunter auf nun 3,75 Prozent für Einlagen der Banken bei der Notenbank. An den meisten Finanzierungskonditionen ändert sich allerdings nicht viel: Dadurch, dass der Zinsschritt durch die Währungshüter wochenlang im Voraus öffentlichkeitswirksam vorbereitet worden war, hatten sich Aktien- und Anleihemärkte schon im Vorfeld auf die Aktion einstellen können. Dementsprechend fielen die Marktreaktionen gedämpft aus. Wichtiger für die Marktteilnehmer ist jetzt, wie es in der Geldpolitik weitergeht.

 

Sowohl die Pressemitteilung der EZB als auch die Präsidentin auf der Pressekonferenz unterstrichen die Absicht, lediglich den Restriktionsgrad der Geldpolitik etwas zurückzufahren. Der Hinweis, dass noch für einige Zeit eine restriktive Ausrichtung der Geldpolitik notwendig sei, sprach für eher langsame Leitzinssenkungen. Dementsprechend gingen die Markterwartungen auf nachfolgende Zinssenkungen bis zum Jahresende leicht zurück. Für den September wird allerdings immer noch mit einem weiteren Abschlag um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Die Aktienmärkte freuten sich letztendlich über die endlich erfolgte Zinswende und legten unter Schwankungen weiter etwas zu. Ansonsten gab es auch in der abgelaufenen Handelswoche aus der deutschen Volkswirtschaft gemischte Signale. Industrieproduktion, Auftragseingänge oder Exportzahlen stürzen zwar nicht weiter ab, allerdings bleibt eine durchgreifende Erholung aus. Insgesamt wird es in diesem Jahr wohl für nicht mehr als ein Wachstum knapp über der Nulllinie reichen.

31.05.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Angespannte Zinsmärkte

Es herrschte über die Woche hinweg eine angespannte Atmosphäre an den Finanzmärkten. Insbesondere an den Rentenmärkten schmeckte den Anlegern folgende Mischung nicht: solides Wirtschaftswachstum, zähe Inflationsraten und anhaltend hohe Haushaltsdefizite. Vor diesem Hintergrund stiegen die Renditen von Bundesanleihen und US-Staatsanleihen im Wochenvergleich. Dies strahlte negativ auf die Aktienmärkte aus, deren Kurse ebenfalls nachgaben.

 

In der ersten Juniwoche könnte sich die Anspannung wieder etwas legen. Freilich nur, wenn es bei den anstehenden Konjunkturdaten und Notenbanksitzungen keine negativen Überraschungen gibt. Gesetzt erscheint die erste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Die Finanzmarktteilnehmer werden dabei ihr Augenmerk vor allem darauf richten, was die Pressemitteilung und die Pressekonferenz über den anschließenden Kurs der europäischen Geldpolitik signalisieren. Am Tag zuvor könnte die Bank of Canada die Leitzinswende einläuten, und damit ebenfalls dem großen südlichen Nachbarn, den USA, zuvorkommen. Die US-Notenbank Fed hangelt sich von einem noch zu hohen Inflationswert zum nächsten. Auch die Konjunktur lässt immer noch Zweifel an einer bevorstehenden Zinssenkung übrig. Am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus stehen. Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich im Mai etwas abgeschwächt haben, aber immer noch solide ausfallen. Für die Finanzmärkte wäre es wichtig, dass die Leitzinssenkungserwartungen an die Fed für das zweite Halbjahr erhalten bleiben. Ansonsten bliebe es aus Marktsicht nicht nur spannend, sondern sogar weiter angespannt.

 

24.05.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Zähes Inflations-Ringen

Eine anstrengende Woche an den Kapitalmärkten liegt hinter uns: Aktienmärkte leicht schwächer, Renditen festverzinslicher Wertpapiere höher. Es hat den Anschein, als würde sich die von den Marktteilnehmern gewünschte Zinssenkung noch etwas hinziehen. Schließlich sind Leitzinssenkungen kein Selbstläufer. Dies haben nun auch die Briten, die gerade von Premierminister Sunak zu Parlamentswahlen am 4. Juli aufgerufen wurden, erfahren. Höher als erwartet gemeldete Inflationsdaten schieben die erste Leitzinssenkung der Bank of England etwas nach hinten. Die veröffentlichten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank Fed nährten ebenfalls die Sorge, dass die Geldpolitik eher später mit ihrer Lockerung beginnt. Selbst die Konjunktur der Euroländer sieht etwas besser aus, nimmt man die veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes als Maßstab.

 

Die konjunkturellen Perspektiven sehen weiter ordentlich aus. In der anstehenden Woche dürfte das ifo Geschäftsklima für Deutschland etwas mehr Zuversicht der befragten Unternehmen anzeigen. Die Normalisierung geht weiter. Für die Europäische Zentralbank passt dies zu einer sich dem Ziel weiter annähernden Inflationsberuhigung. Daher ist eine Leitzinssenkung am 6. Juni gesetzt. Das sieht in den USA anders aus. Dort bestehen bei den Notenbankgouverneuren einige Zweifel, ob die eigene Geldpolitik restriktiv genug ist, um sie bald lockern zu können. Deshalb werden die Finanzmarktteilnehmer zum Wochenausklang gespannt auf die Veröffentlichung des Deflators der privaten Konsumausgaben warten. Dieses für die Notenbank Fed relevante Inflationsmaß zeigte in den ersten drei Monaten zu hohe Anstiege für eine baldige monetäre Lockerung. Hier würde eine abermalige Enttäuschung für April die Zinssenkungserwartungen für die USA markbelastend nach hinten schieben.

 

17.05.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Inflation kommt durch den Daten-TÜV

Die Wirtschaftszahl der Woche kam aus den USA. Mit einer Rate von 3,4 Prozent lag die Inflation im April zwar immer noch deutlich über dem Ziel der US-Notenbank, fiel allerdings leicht geringer aus als befürchtet. Die Kapitalmärkte reagierten auf die etwas niedriger als erwarteten Inflationszahlen in den USA sehr erleichtert. Unterstützt wurde die gestiegene Zuversicht auf sinkende Leitzinsen auch durch deutlich geringere Einzelhandelsumsätze als erwartet. Das dürfte diejenigen Notenbanker etwas beruhigen, die in den vergangenen Wochen schon befürchteten, dass die US-Konjunktur überhitzt. Aber aus dem Schneider ist die Geldpolitik noch lange nicht: Die Zuwächse der Preise um 0,3 Prozent – sowohl im gesamten Verbraucherpreisindex als auch in der Kernrate, die die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert – sind für sich genommen immer noch zu hoch. Doch wenigstens ist der störende Aufwärtstrend seit Jahresbeginn gebrochen, und dies lässt die Hoffnung auf wieder sinkende Raten zu. Der kräftige Rückgang der Renditen bei US-Staatsanleihen war dann wohl auch eher auf die Auflösung von Absicherungsgeschäften zurückzuführen als auf die Hoffnung einer beschleunigten Fed-Entscheidung. Bis zum Jahresende werden nun wieder zwei Senkungen der Leitzinsen in den USA erwartet. An den Aktienmärkten kam dies gut an, der Dax setzte seine Rekordserie fort. Die neuen Handelssanktionen aus den USA gegenüber chinesischen Industriegütern betreffen keine großen Handelsvolumina und waren daher nicht marktbeeinflussend. Trotzdem ist es für viele Unternehmen langfristig keine gute Perspektive, wenn die wirtschaftliche Abschottung sich immer weiter fortsetzt, wie es leider zu erwarten ist.

10.05.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Höhenflug geht weiter

Eine einzige Zahl katapultierte die Aktienmärkte zurück in ihre Wohlfühlzone. Die Anzahl der neu geschaffenen Jobs in der US-Wirtschaft fiel niedriger aus als erwartet. Was sich zunächst nicht so vorteilhaft für die Wirtschaft anfühlt, ist in Wahrheit eine Erleichterung. Denn in den vergangenen Monaten war die Entwicklung zu kräftig angezogen und nährte die Befürchtungen von zu starken Lohnsteigerungen. Das wiederum wäre Gift für die Inflationsentwicklung, die eigentlich ohnehin schon zu hoch ist. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt große Erleichterung an den Aktienmärkten hervorrief. Gegenwärtig zeichnet sich ein Bild, nach dem die Konjunktur weltweit nicht zu schwach, aber eben auch nicht zu stark unterwegs ist. Die Inflation ist rückläufig, aber auch nicht so schwach, dass man sich wegen Deflation Sorgen machen müsste. Das Finanzsystem funktioniert gut, innovative Technologien ermöglichen neue Geschäftsmodelle und hohe Gewinne. Das ist alles eine sehr angenehme Temperaturzone für die Finanzmärkte, daher auch die Rekordstände an den Aktienmärkten, die sich in der zurückliegenden Woche mit neuen Höchstständen beim DAX fortsetzten. Der wichtigste Teil dieses Bildes ist die Konjunkturkomponente. Solange Europa, die USA und die asiatischen Volkswirtschaften weiter wachsen, können Unternehmen mit dem aktuellen relativ hohen Zinsniveau leben. Das zeigten auch die Unternehmensgewinne des abgelaufenen Quartals, die die hochgesteckten Erwartungen nicht enttäuschten. Weiterhin werden die Marktteilnehmer die Inflationsentwicklung mit Argusaugen verfolgen, etwa die neuesten Zahlen für die US-Wirtschaft in der kommenden Woche. Solange hier nichts aus dem Ruder läuft, geht die Normalisierung der Volkswirtschaften nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre weiter.

03.05.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Kaum Impulse

Eine datenreiche Woche liegt hinter uns. Los ging es mit den Inflationszahlen aus dem Euroraum, die überwiegend den positiven Trend der Vormonate fortsetzten. Zwar verharrt die Euroraum-Inflationsrate insgesamt auf Vormonatsniveau, allerdings ist die für den weiteren Ausblick wichtige Komponente der Dienstleistungspreise beruhigend. Von der Konjunktur kamen gemischte Signale. Im Vergleich zum letzten Quartal 2023 betrug das Wirtschaftswachstum für Euroland im ersten Quartal 2024 0,3 Prozent, und selbst in Deutschland ging es mit einem zarten Plus von 0,2 Prozent endlich wieder leicht aufwärts. Besonders kräftig läuft es weiterhin in Spanien, wo die Wirtschaft um 0,7 Prozent zugelegt hat. Die Wirtschaftsstimmung versetzte den Aufschwungshoffnungen dann allerdings wieder einen Dämpfer. Die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone fielen allenfalls gemischt aus: Während Spanien im verarbeitenden Gewerbe nochmals überraschend kräftig zugelegt hat, ist Italien deutlich stärker als prognostiziert zurückgefallen. Deutschland und Frankreich konnten sich minimal verbessern, verharren aber tief im roten Bereich. Highlight der Woche war der Zinsentscheid der US-amerikanischen Notenbank Fed. Mit Erleichterung wurde es aufgenommen, dass Notenbankpräsident Powell einer möglichen nochmaligen Zinserhöhung eine klare Absage erteilte.

 

Die europäischen Aktienmärkte konnten von diesen Einflüssen nicht sonderlich profitieren und tendierten uneinheitlich. Allerdings ist die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen weiterhin erfreulich: Die aktuelle US-Berichtssaison verläuft mit durchschnittlichen positiven Gewinnüberraschungen von 8,9 Prozent klar besser als in den Vorquartalen der vergangenen zwei Jahre. Für den europäischen Aktienindex Stoxx 600 fallen die durchschnittlichen Gewinnüberraschungen mit knapp 20 Prozent sogar noch stärker aus. Allerdings ist das Bild über die Sektoren recht inhomogen, und die starke Gesamtzahl spiegelt vor allem die Ergebnisse im Bankensektor wider.

 

26.04.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Seitwärts

Es ist Konsolidierungszeit an den Aktienmärkten. Auch in der zurückliegenden Woche schwächelte der DAX, ohne dass es zu einem größeren Rücksetzer kam. Insgesamt verharrt der deutsche Aktienmarkt auf seinem neuen Niveau, das knapp 15 Prozent über seinem Stand von vor einem Jahr liegt. Von den bisherigen Höchstständen hat der Markt bislang in der Spitze etwa 5 Prozent korrigiert. Ob es bei dieser Korrektur bleibt, oder ob etwa ereignisgetrieben nochmal ein paar Prozent angezogen werden, ist Börsen-Kaffeesatzleserei. Wichtig ist für die Anleger, dass die erreichten Kursniveaus fundamental angemessen sind. Zwar meldete die US-Wirtschaft ein schwächer als erwartetes Wirtschaftswachstum für das erste Quartal, in Europa weisen die neuesten Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft jedoch auf eine leichte Belebung der Konjunktur hin. So stieg das ifo-Geschäftsklima zum dritten Mal in Folge an, was im Allgemeinen als Trendwechsel interpretiert wird. Sollte die Weltnachfrage nach Investitionsgütern sowie die Binnennachfrage nach Konsumgütern tatsächlich wieder anziehen, so hätte auch die deutsche Wirtschaft nach längerer Durststrecke das Tal der Tränen erst einmal hinter sich gelassen.

 

Nachdem die Börsenrallye bislang schwerpunktmäßig von einigen Sektoren wie der Elektrotechnik oder den Unternehmensdienstleistungen getragen wurde, würde ein breiter Konjunkturaufschwung auch die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt verstärken. Die Unternehmensgewinne entwickeln sich weiterhin gut und rechtfertigen die gegenwärtigen Kursniveaus. Die gerade angelaufene Quartals-Berichtssaison der börsennotierten Gesellschaften brachte insbesondere in den USA eine überdurchschnittliche Quote an positiven Überraschungen. Der Rohölpreis ist von seinen Anstiegen im Zuge des iranischen Raketenangriffs auf Israel wieder spürbar zurückgegangen. Allerdings spricht das gegenwärtige Niveau für eine lebhafte Nachfrage, was ebenfalls ein Indiz für eine anziehende Weltkonjunktur darstellt.

19.04.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Aktienmarkt-Konsolidierung

Langsam ziehen Wolken über den Aktienmärkten auf. Obwohl die Unternehmen für das abgelaufene Quartal weiterhin gute Geschäftsergebnisse berichten, ist dies erst einmal kein weiterer Treibstoff für die Unternehmenswerte. Ein Grund könnte sein, dass die steigenden Gewinne in den starken Kursanstiegen der vergangenen Monate bereits vorweggenommen wurden. Dazu kommen die geopolitischen Spannungen insbesondere im Nahostkonflikt. Wenngleich es Anzeichen dafür gibt, dass weitere Eskalationen vermieden werden können, bleiben die Finanzmärkte im Vorsichtsmodus. Der Rohölpreis hat sich in den vergangenen Wochen spürbar erhöht, teilweise als Reaktion auf die geopolitischen Unsicherheiten, teilweise aber auch als Reaktion auf eine zunehmende Nachfrage durch die anziehende Weltkonjunktur. Dies wird dazu führen, dass eine weitere Beruhigung bei den Inflationsraten in den kommenden Wochen zunehmend unwahrscheinlicher wird. So könnte die Energiekomponente im Verbraucherpreisindex wieder leicht anziehen. Aber auch die Preisberuhigung bei Industriegütern, die durch die vollständige Wiederherstellung der internationalen Lieferketten zustande gekommen war, neigt sich ihrem Ende. Zwar steigt aus Verbrauchersicht die Inflation im weiteren Jahresverlauf nicht nennenswert an, für die Notenbanken stellt sie allerdings immer noch ein Problem dar: Sie müssen auch noch die „letzte Meile“ zurücklegen, also dafür sorgen, dass sich die Inflationsrate auf den Zielwert von 2 Prozent zurückbildet. Da passen Zinssenkungen nicht ins Konzept. Am stärksten dämmert dies der US-amerikanischen Notenbank. Hier haben auch die ansonsten optimistischen Finanzmärkte zurzeit ihre Zinssenkungserwartungen auf nur noch zwei Schritte in diesem Jahr zurückgeschraubt. Anders sieht dies die Europäische Zentralbank. Sie wird wohl im Juni den ersten Abwärtsschritt wagen. Aber auch sie wird die Zinsen nur sehr behutsam nach unten führen können. Die Anleger freut es, bieten doch Rentenpapiere endlich wieder eine auskömmliche Renditeperspektive.

12.04.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Dämpfer

Es waren wieder einmal die Inflationszahlen, die den Aktienmärkten einen Dämpfer verpasst haben. Die Inflationsrate in den USA erhöhte sich mit 0,4 Prozent im März im Vormonatsvergleich um ein Zehntel mehr als erwartet worden war. Hört sich marginal an, war allerdings der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn es war bereits das dritte Mal, dass diese Zahlen aus den USA enttäuschten. Mit einer Inflation, die zwar wieder weit entfernt ist von den Panik-Levels aus dem Jahr 2022, aber eben immer noch um einen oder zwei Prozentpunkte höher ausfällt als das Zwei-Prozent-Ziel der Geldpolitik kann die US-Notenbank Fed die Leitzinsen eben nicht senken, wie Fed-Chef Powell es wohl eigentlich vorgehabt hatte. Nach der Veröffentlichung der Inflationszahlen jedenfalls korrigierten die Finanzmärkte ihre Erwartungen. Ein erster Zinsschritt wird jetzt frühestens für den September erwartet. Es könnte der einzige in diesem Jahr bleiben. Im Euroraum tagte unmittelbar danach auch der Zentralbankrat der Europäischen Zentralbank (EZB). Hierzulande sind die Inflationsverhältnisse nicht ganz so angespannt. Dementsprechend stellte EZB-Präsidentin Lagarde die Kapitalmärkte denn auch weiterhin auf einen Abwärts-Zinsschritt im Juni ein. Hier könnte es im Herbst noch einen weiteren Schritt auf der Zinstreppe nach unten geben. Die vielbeschworene Abhängigkeit der europäischen von der US-amerikanischen Geldpolitik ist dabei kein Hindernis. Beim Timing der Zinsschritte ist die EZB von der Geldpolitik der Fed nicht abhängig. Der Wechselkurs hat nicht mehr die Bedeutung früherer Jahre. Wenn die Konjunkturunterschiede zwischen Europa und den USA so groß werden wie gegenwärtig, dann kann auch die Geldpolitik temporär auseinandergehen, wobei sich mittelfristig die europäische Wirtschaft den Kräften der US-Märkte nicht ganz entziehen kann.

 

Die Aktienmärte reagierten verschnupft, waren doch Zinssenkungen ein fester Programmpunkt im gegenwärtigen Kursaufschwung. Solange allerdings die geldpolitischen Erleichterungen nur verschoben sind, werden die Marktreaktionen wohl nicht über die ohnehin fällige Kurskonsolidierung hinausgehen. Denn mit der weiterhin kräftigen Konjunkturentwicklung steht eine weitere Säule der Aktienmärkte nach wie vor ziemlich fest.

 

05.04.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Vorgezogenes Sommermärchen

Wie lange geht es noch, das vorgezogene Sommermärchen an den Aktienmärkten? Auch nach Ostern hielt sich der DAX auf seinem hohen Niveau, das ihm seit Jahresanfang ein Plus von etwa 10 Prozent beschert hat. In der zurückliegenden Woche kamen weitere Impulse: Mit 2,2 Prozent lag die Inflationsrate in Deutschland im März nur noch minimal über der Zielmarke von 2 Prozent. Damit wird eine Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank ab Juni immer wahrscheinlicher. Konsumkredite oder Baufinanzierungen werden zwar nicht mehr viel billiger werden, da hier bereits eine Reihe von künftigen Zinssenkungen in den heutigen Konditionen vorweggenommen sind. Trotzdem beflügelt eine weniger strikte Geldpolitik die Konjunkturaussichten und damit die Perspektiven für die Unternehmen.

 

Insgesamt zeigen die Aktienmärkte exemplarisch, dass sie auch ein guter Inflationsschutz sind. Um etwa 16 Prozent hat die Kaufkraft der privaten Haushalte kumuliert seitdem ersten Quartal 2021 abgenommen. Die Einkommen der Verbraucher werden jetzt Schritt für Schritt durch starke Lohnerhöhungen wiederhergestellt. Die Vermögen der Sparer aber sind nicht so leicht zu reparieren. Zu etwa 40 Prozent bestehen sie aus Bankeinlagen. Die haben der negativen Wirkung der Inflation kaum etwas entgegenzusetzen gehabt. Anders die Aktienmärkte, die seither – am Beispiel des DAX – um etwa 25 Prozent angestiegen sind: Nicht nur ein Ausgleich für den Kaufkraftschwund durch die Inflation, sondern auch noch eine reale Rendite von etwa 3 Prozent pro Jahr.

 

Getrübt werden kann das strahlende Bild paradoxerweise von einer zu erfolgreichen Wirtschaftsentwicklung. Die Konjunktur in den Vereinigten Staaten ist so kräftig, dass sich die US-Notenbank Fed eine gelpolitische Lockerung jetzt doch noch einmal überlegen könnte. Die Preise für das Rohöl steigen bereits kräftig. Auf die angekündigten Zinsschritte zu verzichten, wäre für die Börsianer noch verkraftbar. Schluss mit lustig wäre allerdings, wenn die Fed sogar auf weitere Zinssteigerungen umschwenken würde. Aus diesem Grund kann jede Konjunkturzahl oder jeder Äußerung aus Zentralbankkreisen in den USA große Wirkungen an den Aktienmärkten haben.

 

28.03.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Rekordjagd bei mauer Konjunktur

Eine weitere Woche der Rekordjagd an den Aktienmärkten liegt hinter den Börsianern. Die Erwartung einer kräftigen Konjunktur in den Vereinigten Staaten sowie sinkender Zinsen hat die Kursbewegungen vor einigen Wochen in Gang gesetzt. Die Inflation der vergangenen zwei Jahre ist ebenfalls Treibstoff für höhere Aktienkurse, denn steigende Preise bei kräftiger Nachfrage bescherten den Unternehmen höhere Umsätze und Gewinne. Mittlerweile haben die Kurse so viel Schwung aufgenommen, dass die Aufwärtsbewegung noch eine Weile lang weitergehen kann, bevor wieder eine Korrektur einsetzt. Nicht nur in den USA, sondern auch im Euroraum stehen die Signale auf eine Beschleunigung der Konjunkturdynamik. Selbst in Deutschland hellten sich die Stimmungsindikatoren etwas auf. Die Hoffnungen ruhen auf steigenden Einkommen der Konsumenten durch hohe Tarifabschlüsse sowie wieder mehr Nachfrage nach Investitionsgütern durch die Unternehmen. Ob hieraus eine kräftigere Konjunktur oder gar ein neuer Aufschwung resultiert, wird darüber entscheiden, wie weit die Aktienhausse noch reicht.

 

Unterdessen herrscht bei den Kapitalmarktzinsen wenig Bewegung. Die Finanzierungskonditionen haben sich in den vergangenen Wochen wieder ein wenig nach oben bewegt, ohne jedoch die hohen Niveaus aus dem Vorjahr zu erreichen. Bislang sieht es so aus, als sei den Notenbanken das Kunststück gelungen, die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur allzu stark zu beschädigen. Allerdings ist der Stabilitätsauftrag noch nicht erfüllt: Die Inflationsraten liegen immer noch über 2 Prozent. Insbesondere die Preise für Dienstleistungen steigen noch zu schnell, sowohl in den USA als auch im Euroraum. Geht die Beruhigung hier nicht weiter, könnten sich die Aktienmärkte schnell wieder irritiert zeigen.

22.03.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Signale stehen auf Beschleunigung

Zarte Frühlingsgefühle in der deutschen Konjunktur vermeldet das Münchener ifo Institut. Insgesamt blieb die Stimmung in den Unternehmen in Deutschland gedrückt. Insbesondere die Erwartungen bleiben enttäuschend. Die Gründe liegen einerseits in der schwachen Konsum- und Investitionsgüternachfrage und andererseits am wahrgenommenen wirtschaftspolitischen Stillstand in Deutschland. Die Aktienmärkte scheint es nicht zu stören. So erreichte der DAX in den vergangenen Handelstagen neue Höchststände. Ein Grund liegt darin, dass die DAX-Unternehmen außerhalb Deutschlands gute Geschäfte machen. Dazu kommt, dass die großen Notenbanken weiterhin an ihren Zinssenkungsplänen festhalten. Die US-Notenbank Fed bekräftige bei der letzten Sitzung, dass sie die Inflation für ausreichend im Griff hält, um die Zinszügel vorsichtig zu lockern. Ähnliches ließ die Europäische Zentralbank verlauten.

 

Und mit der Schweizer Notenbank setzte die erste Zentralbank einer wichtigen Währung in der abgelaufenen Woche diese Pläne bereits um, und senkte ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt. Sinkende Zinsen entlasten die Wirtschaft und geben der Konjunktur Rückenwind. Ob diese Zinssenkungen allerdings im erhofften Umfang umgesetzt werden können, ist noch nicht sicher. Denn die jüngsten Inflationszahlen waren gar nicht mehr so entspannt, wie in den Monaten davor. Somit werden die künftigen Inflationsdaten zu einer zentralen Größe an den Finanzmärkten und könnten noch manche Schwankungen im laufenden Jahr auslösen.

 

In der kommenden Börsenwoche gibt es nochmals Konjunkturdaten für den Euroraum. Außerhalb Deutschlands machen sich eine erste konjunkturelle Erholung bemerkbar. Aber sie ist von Licht und Schatten geprägt. Darauf dürfte auch das Economic Sentiment der EU-Kommission für den März hindeuten. Das Datenhighlight der Woche sind die Inflationsdaten aus den USA. Der Deflator der privaten Konsumausgaben gilt aus Sicht der Fed als wichtigstes Preismaß. Es deutet sich an, dass sowohl insgesamt als auch in der Abgrenzung ohne Nahrungsmittel und Energie relativ hohe Preisanstiege gegenüber dem Vormonat gemeldet werden.

 

15.03.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Rekordjagd geht weiter

Die Rekordjagd an den Aktienmärkten hält weiter an. Auch wenn in der abgelaufenen Handelswoche die US-Inflationszahlen die Sorgen schürten, dass die Fed zur Eindämmung der Inflation die Zinsen langsamer senken wird als vom Markt eingepreist, bleibt die Stimmung an den Aktienmärkten konstruktiv. Die Erwartungen auf solide Unternehmensgewinne sind fest verankert und entsprechend hat das Muster, dass Rückschläge bei Aktien recht schnell wieder als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden, weiter Bestand. Sowohl der S&P 500 als auch der DAX schlossen bei Höchstständen.

 

Dem liegt aber auch eine Normalisierung der Weltwirtschaft nach den Turbulenzen der zurückliegenden Jahre zugrunde. Die Lieferketten funktionieren wieder wie vor Corona, die Inflation geht zurück, auch die Wirkung der Zinsanstiege nimmt ab. Die Weltwirtschaft pendelt sich nach den Schocks der vergangenen Jahre wieder ein und zeigt mit jährlich drei Prozent seit dem letzten Jahr ein bemerkenswert stabiles Wachstum. Davon profitieren auch die deutschen Unternehmen des Dax, denn sie sind weltweit agierende Unternehmen. Trotz der anhaltenden Reduzierung von Zinssenkungserwartungen der Fed hat sich der Goldpreis erneut den Höchstpreisen angenähert. Dies stützt die These, dass der Anstieg des Goldpreises in den vergangenen Wochen nicht durch zunehmende Inflationssorgen getrieben wurde. Vielmehr sind es politisch motivierte Käufe von Zentralbanken, die den Goldpreis nachhaltig stützen. Im Fahrwasser der reinen Anlagewährung Gold stiegen auch Kryptowerte auf neue Höchststände. Ihre Entwicklung trieben vor allem die Genehmigung neuer Finanzprodukte auf Kryptowährungen in den USA.

 

In der kommenden Woche steht die Sitzung der US-Notenbank im Fokus. Zwar waren die jüngsten Preisdaten für Januar und Februar unerwünscht hoch. Die Fed dürfte bei diesem Zinsentscheid jedoch kaum eine Meinungsänderung erkennen lassen, so dass die Erwartungen auf eine Zinssenkung im Juni bestehen bleiben werden. Die Stimmungsindikatoren der Europäischen Wirtschaft sowie der Ifo-Geschäftsklimaindex für den März könnten dagegen eine neue Richtung einschlagen und endlich auf eine langsame Konjunkturerholung hindeuten.

 

09.03.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Zinssenkung noch einmal vertagt

Die Geldpolitik stellt an den Finanzmärkten die allgemeine Politik in den Schatten. Gleich zu Wochenbeginn wurde in China beim Nationalen Volkskongress ein ambitioniertes Wachstumsziel von rund 5 Prozent für 2024 verkündet. Doch wurde dies nicht mit konkreten Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft verbunden. Diese leichte Enttäuschung bewegte die Märkte ebenso wenig wie der Durchmarsch von Biden und Trump am Super Tuesday bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaft. So viel zum Schatten. Die Bühne gehörte am Donnerstag der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese ließ zwar erwartungsgemäß die Leitzinsen unverändert. Doch nahmen die Marktteilnehmer die begleitende Kommunikation von EZB-Präsidentin Lagarde sehr wohlwollend zur Kenntnis. Ab Juni steht die Tür für Leitzinssenkungen offen. Der Deutsche Aktienindex DAX erreichte am Ende des Tages ein neues Allzeithoch. Auch die Kurse von Bundesanleihen legten zu, mithin gaben die Renditen am Rentenmarkt nach. Nicht, dass es noch eines weiteren Beleges bedurft hätte, gleichwohl überstrahlt die Wirkung der Geldpolitik derzeit das Marktgeschehen.

 

Die Konjunkturdaten aus den USA dürften in der kommenden Handelswoche im Fokus stehen. Denn der nächste US-Notenbank-Zinsentscheid am 20. März erscheint schon am Horizont. Besonders die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise verspricht Spannung, sorgten diese doch schon vor einem Monat für Aufsehen. Der dort gemeldete unangenehm hohe Anstieg der Dienstleistungspreise dürfte sich für die Februardaten zwar nicht wiederholen. Allerdings bleibt die Inflationsdynamik insgesamt noch etwas hoch. Sollten dann am Donnerstag höhere Einzelhandelsumsätze und am Freitag eine leicht gestiegene Industrieproduktion folgen, erhalten zu starke Zinssenkungsphantasien einen Dämpfer. Zwar gab es von US-Notenbankchef Powell unlängst den Hinweis, dass nicht mehr viel Gewissheit fehlt, um die Leitzinsen zu senken. Doch mag es sein, dass das Tempo der geldpolitischen Lockerung langsamer und vorsichtiger sein wird, als sich dies viele Marktteilnehmer wünschen.

 

01.03.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: DAX weiterhin im Aufwind

Die Gelegenheit für schwächere Aktienmärkte war gegeben. Doch statt dessen kletterte der DAX Tag für Tag zu neuen Allzeithochs. Offenkundig wird die Erzählung von anstehenden Leitzinssenkungen ab dem Sommer fortgeführt. Das Economic Sentiment, der breiteste Stimmungsindikator für die Eurozone, gab für Februar überraschend nach. Für das erste Quartal 2024 deutet sich im Euroraum mithin nur eine Bewegung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um die Nulllinie herum an. Auch die rückläufige Kreditvergabe im Januar dürfte von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Hinweis gewertet werden, dass die Geldpolitik weiterhin deutlich restriktive Wirkung zeigt und mit Zinssenkungen nicht zu lange gewartet werden sollte. An den Börsen wurde dies wohlwollend zur Kenntnis genommen.

 

In den USA sieht es etwas anders aus. Das Ergebnis ist identisch: Höchststände an den Aktienmärkten. Die persönlichen Einnahmen der privaten Haushalte sind im Januar sehr deutlich gestiegen, passend zum starken Beschäftigungsaufbau. Hier braut sich durchaus eine Konjunkturdynamik zusammen, die baldigen Leitzinssenkungen der amerikanischen Notenbank entgegenstehen könnte. Doch dominieren die guten Ergebnisse der Unternehmen die Laune der Marktteilnehmer. Die sogenannten „Magnificent 7“ (Amazon, Alphabet und Co.) waren auch im vierten Quartal 2023 die entscheidenden Lokomotiven des Gewinnwachstums: Mit einem Plus von 56,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr spielen sie weiterhin in einer anderen Liga als die übrigen 493 Mitglieder des S&P 500, die einen Gewinnrückgang von 3,4 Prozent verzeichneten. Die Phantasie bezüglich Digitalisierung im Allgemeinen und Künstlicher Intelligenz im Besonderen wird von der Gewinnentwicklung der sieben Unternehmen genährt.

23.02.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Künstliche Intelligenz beflügelt

In einer Woche ohne marktbewegende Konjunkturdaten finden Unternehmensberichte oftmals besondere Beachtung. Früher waren es in den USA große Einzelhändler, Chemieunternehmen oder Automobilhersteller, die Rückschlüsse auf die Konjunktur und mithin Gewinnperspektiven lieferten. Heute sind es die großen Unternehmen mit ihrer zukunftsträchtigen Digitalisierungserzählung: So haben die Quartalszahlen des Chipkonzerns Nvidia die im Vorfeld sehr hohen Markterwartungen sogar deutlich übertroffen. Überdies machte das Unternehmen optimistische Aussagen zum weiteren Wachstum. Aussagen, die auf der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in allen Segmenten der Wirtschaft beruhen und die Euphorie um KI weiter nähren. Allzeithochs beim S&P500 und beim DAX waren die naheliegende Folge. Parallel gab es mit dem japanischen Nikkei einen Hingucker, denn dessen frisches Allzeithoch ist das Erste seit Ende 1989. Hinweise aus den Sitzungsprotokollen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) blieben für die Märkte eher von nachrangiger Bedeutung.

 

In der anstehenden Woche dürfte der Fokus auf dem Inflationsgeschehen liegen. In den USA wird am Donnerstag der Deflator für die privaten Konsumausgaben bekanntgegeben. Bei diesem für die Fed wichtigsten Inflationsmaß ist in der Kernrate, vor allem bei den Dienstleistungspreisen, mit einem kräftigen Anstieg gegenüber dem Vormonat zu rechnen. Auch in Euroland machen die recht

16.02.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Gipfelstürmer

An den Märkten gab es am Dienstag einen Moment der Schnappatmung, als Verbraucherpreise in den USA stärker als erwartet ausfielen. Der hohen Konjunkturdynamik Ende vergangenen Jahres folgte ein äußerst hoher Beschäftigungsaufbau im Januar und nun noch höhere Inflationsraten. Schlagartig wackelten daraufhin die Zinssenkungsperspektiven in den USA, die Anleiherenditen sprangen empor und die Aktienmärkte gaben reflexartig nach. Im Gegensatz zu den USA bestätigten die Konjunkturdaten für Euroland und speziell für Deutschland das eher klägliche Bild. Die Bundesanleiherenditen veränderten sich kaum. Mit Blick auf die Wochenbilanz an den Aktienmärkten lautet das Fazit: Durchatmen, an der Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte festhalten und sich über den Schwung der US-Konjunktur freuen. Umsatz- und Gewinnperspektiven der Unternehmen erscheinen offenbar weiter aussichtsreich. So wurden neue Allzeithochs erreicht: Der DAX kletterte über die 17000-Punkte-Marke und der S&P500 schaffte es über 5000 Punkte.

 

In der bevorstehenden Woche richten sich die Blicke eher auf Europa. Deutschlands konjunkturelle Schwäche manifestiert sich wohl auch im ifo Geschäftsklima, das am Freitag veröffentlicht wird. Die Stimmung der deutschen Unternehmen könnte im Februar zum dritten Mal in Folge niedriger ausfallen als im jeweiligen Vormonat. Für Euroland insgesamt wird es ein mühsamer Weg aus der Schwächephase. Aber die Talsohle scheint durchschritten. Dies dürfte der vorläufige Einkaufsmanagerindex für den Februar zeigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist zuversichtlich für die Inflationsraten und ist somit bereit für Zinssenkungen. Ein Blick in die Zusammenfassung der jüngsten Sitzung mag am Donnerstag offenlegen, wie zuversichtlich der EZB-Rat ist, dass die Lohnzuwächse seinen Zenit bereits überschritten haben. Wenn kein Gegenwind für Zinssenkungserwartungen aufkommt, können sich die Aktienindizes oberhalb der erreichten Marken bis auf Weiteres wohlfühlen.

09.02.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Impulslos

In einer nachrichtenarmen Woche bewegten sich die Kurse an den Aktien- und Rentenmärkten wenig. Der Dax schnupperte zeitweilig über die Marke von 17.000 Punkten, zog sich dann jedoch mangels weiterer Impulse wieder etwas zurück. Die Nachrichten aus der deutsche Konjunktur fielen weiterhin wenig vertrauensstiftend aus. So dokumentierten die Einzelhandelsumsätze den Mangel an inländischer Nachfrage einmal mehr und nur allzu deutlich. Im Dezember waren diese nochmals um 1,6 Prozent im Vormonatsvergleich gesunken nach einer ähnlichen Schrumpfung bereits im November. Das Weihnachtsgeschäft war damit eine herbe Enttäuschung. Besserung ist kaum in Sicht. Eigentlich sollte die Reallohnentwicklung wenigstens für eine Stabilisierung des privaten Konsums sorgen, doch die Verunsicherung der Verbraucher scheint zu groß. So brach das deutsche Konsumklima im Januar ein, und die Einzelhändler haben ihre Geschäftserwartungen spürbar zurückgenommen. Auch von der Auslandsnachfrage kommen aktuell wenig Impulse. So sank die Warenausfuhr Deutschlands real um 4,6 Prozent.

 

Weiterhin hohe Zinsen und eine fortgesetzte Schwäche in China machen Deutschlands Exporteuren das Leben schwer. Alles in allem sind die Startbedingungen der deutschen Volkswirtschaft für das aktuelle Quartal ausgesprochen schlecht. Eine weitere Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts steht wohl ins Haus. Hoffnung macht lediglich der Ausblick auf steigende Löhne und wieder sinkende Zinsen. Da die Wirtschaftspolitik keinerlei positive Impulse aussendet, wird es bis zur Konjunkturerholung noch eine Weile dauern. Die Aktienkurse der Dax-Unternehmen können es gut verkraften, weil sie sich eher an der Konjunktur in der Weltwirtschaft orientieren. Und in den USA oder in Asien – außerhalb von China – ist die Wirtschaftsstimmung bedeutend besser als in Deutschland.

02.02.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Dämpfer durch die Fed

In der zurückliegenden Handelswoche verpasste die US-Notenbank den Aktienmärkten einen kleinen Dämpfer. Zinssenkungen werde es geben, so die Notenbank nach ihrer jüngsten Sitzung, aber nicht so schnell. Damit waren die Spekulationen auf den März als Termin der ersten Zinssenkung Makulatur. Die Märkte reagierten verschnupft. Doch da die US-Aktienmärkte gerade neue Höchststände erreicht hatten, blieb dies verschmerzbar. Im Euroraum ging es etwas ruhiger zu, denn die Europäische Zentralbank ließ durchblicken, dass sie etwas früheren Zinssenkungen nicht ablehnend gegenübersteht. Das könnte dazu führen, dass beide großen Zentralbanken gemeinsam im Juni eine erste geldpolitische Lockerung durchführen. Für die Wirtschaft lässt dies auf ein Abklingen der Belastungen hoffen. Insbesondere im Bausektor und auch in einigen Teilen der Industrie sind schon Erleichterungen zu spüren. Möglich wurden diese durch die weiterhin rückläufigen Inflationsraten. Im Deutschland etwa sank die Teuerung im Januar auf 2,9 Prozent. Auch die großen Streikwellen stören dieses Bild nicht wesentlich. Noch liegt der Anstieg der Tariflöhne in einem Bereich, in dem man von der Wiederherstellung der Kaufkraft nach den hohen Inflationsraten reden kann. Sollten jedoch in einer Branche fortlaufend derartig hohe Abschlüsse getätigt werden, wäre es schnell vorbei mit dem geldpolitischen Frieden. Auch die konjunkturellen Schäden halten sich noch in Grenzen. Zwar tragen die Produktionsbehinderungen dazu bei, dass in Deutschland das erste Quartal wahrscheinlich wiederum eine negative Entwicklung der Wirtschaftsleistung aufweisen wird. Streikbedingte Ausfälle werden jedoch im Allgemeinen nachgeholt, wenn sie in Häufigkeit und Länge nicht ausarten.

26.01.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Gute Börsenwoche trotz trüber Stimmung

Aus deutscher Sicht setzte sich die Diskrepanz zwischen den Wirtschaftsdaten und der Börsenentwicklung in der vergangenen Woche fort. Die deutsche Konjunktur bietet weiterhin ein düsteres Bild, wie der ifo-Geschäftsklimaindex für den Januar bestätigte. Die Industrie verharrt in der Rezession, die Gesamtwirtschaft stagniert. Auch die Konsumentenstimmung ging nochmals zurück. Mit Besserungen ist in diesem Jahr nur ganz allmählich zu rechnen, wenn höhere Einkommen wieder zu etwas mehr Konsumnachfrage führen und sinkende Zinsen die Investitionen ankurbeln. Der deutsche Leitindex DAX ließ sich jedoch von diesen Zahlen nicht beirren. Er legte um knapp zwei Prozent zu und befindet sich damit wieder in Reichweite seines bisherigen Allzeithochs. Die Lösung dieses Rätsels liegt einmal mehr in der dynamischen Entwicklung der Weltwirtschaft. Aus den USA wurde für das letzte Quartal 2023 ein Wachstum von über drei Prozent gemeldet. Das deutet auf eine stärkere Konjunkturentwicklung hin als bisher angenommen. Angesichts dieser guten Wirtschaftslage und einer weiter fallenden Inflation in den USA ist es erstaunlich, dass der amtierende Präsident in den bisherigen Wahlumfragen hinten liegt. Unterstützung für die Märkte gab es aber auch von der Geldpolitik. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Lagarde weichte den bisherigen Widerstand der Notenbanker gegen frühe Zinssenkungen ein wenig auf. Inflation und Lohnentwicklung in Europa würden sich entspannen. Wenn die nächsten Inflationszahlen nicht deutlich enttäuschen, ist eine erste Zinslockerung im Juni wahrscheinlich. Auch die Ergebnisse der börsennotierten Unternehmen für das vierte Quartal entwickeln sich ordentlich, so dass die Aussichten für die Aktienmärkte für die kommenden Wochen weiterhin positiv sind.

19.01.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Kühle Börsenwoche

Nicht nur Straßen und Schienen waren in dieser Woche vereist, auch die deutschen Aktienmärkte präsentierten sich frostig. Die Kurse gaben in der zurückliegenden Handelswoche zunächst recht deutlich nach, bevor gegen Ende der Woche eine Erholung einsetzte. Die stärksten Markttreiber sind immer noch die Notenbanken. Im Dezember hatten sie Erwartungen auf baldige Zinssenkungen geweckt und damit eine Aktien-Kursrallye hervorgerufen. Inzwischen stellte sich jedoch heraus, dass die Marktteilnehmer zu viel in die Aussagen der Notenbanker hineininterpretiert hatten. Das haben führende Geldpolitiker in den USA und im Euroraum in den vergangenen Wochen wiederholt geäußert. Mit der Verschiebung der ersten geldpolitischen Lockerung weit ins Jahr hinein stiegen die Renditen an den Geld- und Anleihemärkten wieder an. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Lagarde wurde dabei am deutlichsten, indem sie eine erste Zinssenkung im Sommer 2024 ins Spiel brachte – wobei der Sommer bekanntlich bis in den September reicht. Bis dahin wird sich auch besser abschätzen lassen, auf welchem Pfad die Konjunktur und die Inflation wandeln.

 

Mit einem Rückgang um 0,3 Prozent für das Jahr 2023 blieb das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Rahmen der Erwartungen. Die Aussichten für 2024 sind nicht viel besser. Aufgrund einer geringeren Abhängigkeit von der Industrie ist die Wirtschaftsdynamik in einigen europäischen Nachbarländern höher, so dass die Konjunktur im Euroraum günstiger verläuft. Die Unternehmen im Dax orientieren sich ohnehin eher an der Weltkonjunktur, die wesentlich besser in Form ist als die in Europa. In den kommenden Wochen steht an den Aktienmärkten die Berichtssaison im Mittelpunkt: Die Unternehmen legen ihre Bücher für das abgelaufene Quartal offen. Insbesondere die Ausblicke auf das neue Geschäftsjahr werden die Kursbewegungen der kommenden Handelstage bestimmen.

12.01.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Börsenrekorde in der Warteschleife

Das Kursgeschehen an den internationalen Wertpapierbörsen war in der vergangenen Handelswoche zweigeteilt. Zunächst herrschte eine freundliche Stimmung. So machte sich etwa der Dax in der ersten Wochenhälfte auf den Weg Richtung des Allzeithochs von 17.003 Punkten. Einen Dämpfer bekam diese Entwicklung dann aber durch neue Inflationszahlen aus den USA. Diese fielen erstmals seit langem etwas schlechter als erwartet aus. Viele Analysten interpretieren das als Absage an erhoffte zeitnahe Zinssenkungen durch die Notenbanken. Zusätzlich sorgten Befürchtungen vor einer Ausweitung des Gaza-Krieges für Vorsicht. Dies war nach Angriffen einer internationalen Allianz von zehn Staaten auf militärische Stellungen im Jemen auch am Rohölmarkt zu spüren, an denen die Notierungen leicht zunahmen. Durch die fortgesetzten Überfälle von irantreuen Kräften auf Handelsschiffe im Roten Meer werden die Transportwege für Waren wieder länger. Die Nutzung des Suez-Kanals ist um etwa 60 Prozent zurückgegangen. Insgesamt ist dies ein Hindernis für den Welthandel und die Containerpreise sind in der vergangenen Woche deutlich angestiegen.

 

Der „Doppelwumms“ an Wirtschaftsprotesten in Deutschland durch Traktorblockaden und Bahnstreik hat das Börsengeschehen dagegen nicht beeinträchtigt. Angesichts der geringen Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft ist jedoch zu befürchten, dass solche Verteilungskämpfe künftig häufiger auftreten werden. In den kommenden Wochen werden neben der Geopolitik auch wieder die Quartalsberichte der Unternehmen im Fokus stehen. Die Zahlen zur Gewinnentwicklung und die Ausblicke der Firmen auf die kommenden Quartale gelten als wichtige Leitplanken für die Kursentwicklung.

05.01.2024, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Bewegter Jahresauftakt

Insgesamt kann sich das Kapitalmarktjahr 2023 sehen lassen. In den Industrieländern stiegen die Kurse an den Aktienmärkten im Durchschnitt mit zweistelligen Raten, allein beim Dax waren es mehr als 20 Prozent. 10-jährige US-Staatsanleihen erbrachten in heimischer Währung gerechnet am Schluss noch 4 Prozent, mit Bundesanleihen ließen sich 6 Prozent, mit italienischen Staatsanleihen 9 Prozent verdienen. Aber auch mit Unternehmensanleihen konnte erstmals seit langem wieder eine Rendite deutlich oberhalb der Inflationsrate erzielt werden. Untypisch für Zinssteigerungsphasen war ein Anziehen des Goldpreises um fast 13 Prozent. Stellvertretend für viele Rohstoffe ging dagegen der Rohölpreis um 10 Prozent zurück. Es scheint zumindest so, als hätte sich die Weltwirtschaft nach der pandemie- und geopolitikbedingten Achterbahnfahrt wieder gefangen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass es die Hoffnung auf baldige geldpolitische Erleichterungen in Form von Leitzinssenkungen war, welche die Kurse zuletzt getrieben hatte.

 

Und prompt erschienen in der ersten Handelswoche des neuen Jahres die geldpolitischen Erwartungen von Zeitpunkt und Ausmaß der eingepreisten Lockerung überzogen und Marktteilnehmer begannen, die aggressiven Zinswetten etwas zurückzudrehen. Entsprechend kann es nicht überraschen, dass die Nervosität an den Anlagemärkten zum Jahresstart insgesamt zunahm. Aktien, die 2023 am stärksten gewannen, verloren zum Jahresauftakt überproportional stark. Die Inflation im Euroraum erhielt zwar mit einem Anstieg im Dezember einen kleinen Dämpfer, der Trend hin zur Beruhigung der Teuerung ist damit aber nicht gebrochen.



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